Dunklegil.de
Inhalt  
  Prolog
  Kapitel 1 - Wer bin ich
  Kapitel 2 - Fantasybücher
  Kapitel 3 - Mangas
  Kapitel 4 - Galerie
  Kapitel 5 - Slash Pics
  Kapitel 6a - Mein Buch
  => 400 Jahre Dunkelheit
  => 400 Jahre Dunkelheit Fortsetzung ab Kapitel fünf
  => 400 Jahre Dunkelheit Fortsetzung ab Kapitel sieben
  => Zusatzkapitel
  Kapitel 6b - Fan Fiction
  Kapitel 7 - Forum
  Kapitel 8 - Umfragen
  Kapitel 9 - Gästebuch
  Kapitel 10 - Kontakt
  Kapitel 11 - Intern
  Epilog - News
  Impressum
400 Jahre Dunkelheit Fortsetzung ab Kapitel sieben

Kapitel VII - Ephonie

Das Jahr 1694! Mein hundertjähriges Jubiläum als Untoter. Laut Santiegos Meinung war man, wenn man die ersten Hundert überlebte, als Vampir sicher. Viele verzweifelten vorher und stürzten sich in den Tod. Nun gut, man müsse glauben, dass ich so ne Art Geburtstagsfeier bekommen hätte. Aber leider war dies nicht möglich, wir mussten mal wieder umziehen und diesmal richtig weit weg. Wir zogen in die Neue Welt nach New York! Eine Stadt in der schon damals viele üble Personen ihr Unwesen trieben. Wir kauften uns etwas außerhalb eine Villa ganz im Wild-West-Stil. Und starteten jetzt dort unsere Streifzüge. Es dauerte nicht lange und wir bemerkten, dass schon jemand dieses Revier für sich beanspruchte. Wir spürten stetig die Anwesenheit eines anderen Vampirs. Jedoch kam dieser nie auf uns zu und man spürte auch keine feindlichen Gefühle. Anfangs machten wir uns nichts daraus, wir dachten es wäre ein schüchterner, junger Vampir, der wahrscheinlich ein wenig Angst vor uns hatte. Nach ungefähr zwei Monaten entdeckte ich SIE! Ich war grad im Eilflug in die Stadt gekommen und fand sie zufällig, wie sie in einer Seitengasse einen recht kräftigen Mann erlegte. Sie erschrak plötzlich, da sie erst jetzt mein Dasein bemerkte. Sie ließ ihr Opfer fallen und wollte flüchten, doch sie schien nicht fliegen zu können, denn ich hatte sie schnell eingeholt. Ein paar Straßen weiter erwischte ich sie und stellte sie zur Rede.

„Warum flüchtest du immer vor uns? Wir tun dir nichts. Sag, wer bist du? Ich bin Armand und mein Meister ist Santiego, wir kommen aus Frankreich. Nu sprich doch, ich bin nur neugierig.“

Sie war ungeheuer hübsch, sie musste zum Vampir geworden sein als sie etwa 24 war, aber wie lange das schon her war, konnte ich nicht erahnen. Ich unterließ es in ihren Gedanken zu lesen, denn das würde sie spüren und vielleicht noch mehr einschüchtern.

„Ich bin nicht schüchtern und erst recht nicht verängstigt. Ich bin bloß gern für mich allein. Und ich war 25 und das ist jetzt etwa 50 Jahre her, so genau weiß ich es nicht mehr. Mein Name lautet übrigens Ephonie. So, ist nun deine Neugier befriedigt, kann ich gehen?“

Ok, ich verschloss als erstes meine Gedanken vor ihr. ,Ganz schön zickig, das Mädel. Aber, mon Dieu, sie hat was, das macht mich ganz verrückt.’

„Wenn du willst, in Ordnung! Aber können wir uns morgen Nacht treffen? Irgendwie mag ich dich! Darf ich dich wieder sehen?“

„Das wird sich wohl kaum vermeiden lassen, wenn wir in der gleichen Stadt morden!“

Da war sie auch schon weg, ich unterließ es ihr nachzustellen. So aufdringlich mochte ich dann doch nicht sein. Nach einer kurzen Mahlzeit flog ich wieder nach Haus. Ich erzählte Santiego nichts von meiner neuen Bekanntschaft, da er mich gewiss wieder als zu vertrauensselig und naiv bezeichnen würde. Ich legte mich am Morgen in meinen Sarg und freute mich schon auf die kommende Nacht.

Ich erwachte recht früh am Abend. Santiego schlief noch und so kleidete ich mich, hinterließ die Nachricht, dass ich was zu erledigen hätte und machte mich auf Ephonie zu suchen und zu treffen. Es dauerte nicht lange, nach etwa einer Stunde fühlte ich dass sie in der Stadt war. Ich überlegte hin und her. Sollte ich sie aufsuchen oder würde sie zu mir kommen. Etwas Zeit gab ich ihr, ich beschloss noch vorher kurz zu jagen und wenn sie bis dahin nicht kam, würde ich mich auf den Weg zu ihr machen. Es fand sich schnell ein Opfer, ein kleiner Zuhälter, der seine Frauen töten ließ, wenn sie nicht genug Bares eingenommen hatten. Ziemlich schnell lag er dann, jeden Blutstropfen beraubt, hinter einem Müllberg. Und da war es, das Gefühl jemanden den du kennst, der ganz nah bei dir ist. So war es auch! Sie stand plötzlich hinter mir, grinste und kokettierte sich darüber, welch merkwürdiges Opfer ich mir gewählt habe.

„Sag mal, du hast wohl ein Fable für hässliche, stinkende Männer! Erträgst du es nicht, Menschen die hübscher sind als du zu töten? Du kannst mir nicht sagen, dass du den freiwillig erwählt hast. Hat er dich bedroht, oder stehst du auf so ein Dreckszeug?“

„Ah, Ephonie! Schön dich zu sehen. – Nein, er hat mich nicht bedroht. Ich habe es mir bloß zur Aufgabe gemacht die Menschheit von solch Individuen zu befreien. Außerdem schmeckt das Blut nicht übel. Schlechte Menschen scheinen einen sehr wohlschmeckenden Zusatz im Blut zu haben.“

2na, da hast du dir ja echt eine Lebensaufgabe an Land gezogen. Solch Gesindel gibt es immer zu hauf. Nun gut, Armand, war doch so, stimmt’s? Was willst du von mir, warum bist du so erpicht darauf gewesen mich zu sehen?

„Ich bin einfach nur sehr Kontaktfreudig“, trällerte ich mit meinem schönsten Lächeln das ich aufbieten konnte, „nicht so wie mein Meister. Mich gibt es als Untoten schon hundert Jahre und außer dir kenne, ähm, kannte ich nur noch zwei andere Untote.“

„Kanntest?“

„Na ja, der eine ist Santiego, der andere war mal ein paar Jahre mein Gefährte, aber er ließ mich nicht ziehen, als ich wollte. Es kam schlussendlich zu einem Kampf und wie du siehst, lebe ich noch!“

„Mmm, das heißt du hast einen der Unsrigen getötet?“

„Ja, ausgetrunken hab ich ihn, irgendwann war er dann leer.“

„Mon Dieu, du scheinst ja doch nicht so harmlos zu sein, wie ich annahm. Wenn ich das vorher gewusst hätte. ...“

„Was dann? Ich bin harmlos! Es war Notwehr, wenn ich ihn nicht getötet hätte, wär ich jetzt Würmerfraß! Er wollte mich ganz für sich, wollte mich nicht gehen lassen. Er folgte mir, als ich mich während einer seiner Blutbäder aus dem Staub gemacht habe. Er drohte mir mit seinem Dolch, ich hatte noch nicht einmal eine Waffe um mich zu wehren. Glaube mir, wenn ich sage, ich wollte dies alles nicht!“

„Nun gut, Armand, und was hast du jetzt für ein Interesse an mir?“

„Ich weiß noch nicht. Eigentlich wollte ich einfach nur wissen, was das für ein Untoter ist, der sein Revier nicht verteidigte. Und als ich dich gestern zum ersten Mal sah, war ich ganz fasziniert von dir. – Sag, bist du hier allein, natürlich uns ausgenommen? Und könntest du mir was von dir erzählen, aber nicht hier! Können wir vielleicht in ein Café gehen?“

„Von mir aus. Aber lass uns bitte telepatisch verständigen, nicht das uns einer belauscht. Hier sind die noch sehr Abergläubisch. Wenn wir nicht aufpassen, hängen wir demnächst übern Scheiterhaufen!“

Wir suchten uns dann ein kleines, fast leeres lokal und begannen unsere Konversation. Schon wieder musste ich an Pierre denken. Saßen wir doch ebenfalls in einem Café und lernten uns dort auf nonverbale Art kennen. Jedoch, war Ephonie ganz anders. Sie hatte zwar französische Vorfahren, daher der Name, aber geboren wurde sie hier in New England. Mit 16 wurde sie verheiratet und mit 24 war sie Witwe was mehr oder minder ihr eigener Verdienst war. Sie konnte ihren Mann wohl nicht ausstehen. Verprasste sein Geld, ließ ihn an sich ran und schließlich hat sie ihn in den Wahnsinn getrieben, so dass er sich ertränkt hat. Sie spielte hervorragend die trauernde und eines abends nach Sonnenuntergang lernte sie auf dem Friedhof einen Mann kennen. Sie verstanden sich prächtig und ziemlich schnell begriff sie, das er kein Sterblicher war. Sie war so erfüllt von dem Verlangen danach ebenso unsterblich zu sein, dass sie auch ihn überwältigte, sich selbst zur Ader ließ und kurz vor dem körperlichen Versagen, ihm die Kehle durchbohrte und sein Blut trank. dies ist jetzt ein halbes Jahrhundert her und bisher hätte sie keine weiteren Vampire in New York gesichtet. Nach einer weiteren Stunde hatte ich ihr mein bisheriges Schicksal offenbart. Eine Weile sahen wir uns stumm an, dann fingen wir plötzlich an zu kichern und wussten eigentlich nicht recht wieso. Heutzutage würde man sagen Symphatie auf den zweiten Blick. Wir mochten uns. So haben wir beide schon einen der unsrigen ermordet, hatten zuvor ein erbärmliches Leben und waren für Wesen der Nacht noch recht jung. Das verband uns und doch wusste ich nicht recht, wie ich es Santiego erklären sollte.

,Was sollte ich ihm erzählen? Dass nun eine Dritte bei uns lebt? Ich ihn verlasse? Soll ich es ihm überhaupt sagen? Würde er sie nicht ablehnen, gar töten? Oder würde er sie unerwarteter Weise mit offenen Armen empfangen?’ Ich wusste es nicht!

,Ich kenn ihn ja nicht so gut wie du, eigentlich ja gar nicht, aber wie wäre es, wenn du die Wahrheit erzählst? Sag ihm du hast mich getroffen und wir kamen ins Gespräch. Du wirst ja dann sehen wie er reagiert. wenn es positiv ist, dann können wir weiter überlegen. Ich könnte ihn ja dann kennen lernen. Und jetzt schon zu euch ziehen ist sowieso zu schnell für mich. Ich fühl mich in meinem Keller wohl.’

,Du hast ja keine Ahnung! Er ist absolut hypersensibel. Als ich ihm das von Pierre erzählt habe, hat er mich als naiv und töricht bezeichnet, weil ich nicht mit Vorsicht gehandelt habe. Bestimmt erzählt er mir dies wieder. Das ich Glück gehabt habe, dass ich nicht getötet worden bin. In der Hinsicht behandelt er mich immer wie ein Kind. – Aber nun gut, sagen muss ich es ihm sowieso mal!’

,Mach das! Vielleicht schaffst du es heute noch. – Treffen wir uns morgen Nacht hier? Wenn du willst können wir zusammen jagen!’

Ich lächelte sie blinzelnd an und machte mich auf den Heimweg. Währenddessen überlegte ich, wie ich Santiego von Ephonie unterrichten könnte.

Zu Hause angekommen hatte ich keine Möglichkeit mehr zu überlegen, wie ich Santiego die Neuigkeit klarmachen konnte, da er vor mir stand und mich anfunkelte.

„Wo warst du? Geschäftliches erledigen, du?! Was hast du schon wieder angestellt? Es wäre nur zu gütig, wenn du mir erzählst was du austüftelst!“

„Austüfteln? Ich tüftle nichts aus! Wenn du nicht immer gleich so extrem überreagieren würdest, würde ich dir auch alles erzählen.“

„Was heißt das nun? Du hast was angestellt und traust dich nun nicht es mir zu sagen?“

„Nein, ich will es ja erklären, aber nur wenn du versprichst mich ausreden zu lassen und mich nicht wieder beschimpfst!“

„Na, das muss ja was sein. Aber gut ich verspreche es dir. Wie ich aber im nachhinein darauf reagiere, kann ich dir nicht sagen.“

Es kostete mich einige Überwindung bis ich ihm von Ephonie und unser Zusammentreffen erzählt habe. Er lauschte ruhig und ohne jede Unterbrechung. Ich offenbarte ihm auch ihr bisheriges Schicksal. Davor hatte ich am meisten Angst, denn ihr Weg zur Unsterblichkeit war ja nun kein besonders freundlicher. Sein Gesicht wurde immer finsterer und mir schwante schon, was ich mir gleich anhören durfte. Ich bereute schon, es ihm gesagt zu haben. Als ich fertig war mit meinen Erläuterungen, schaute ich ihn bittend an, mich nicht anzubrüllen. Er bemerkte dies und seine Miene hellte sich ein wenig auf, jedoch blieb sie weiterhin ernst. 

„Ok! – Du hast mich ja gebeten nicht zu brüllen, also werde ich versuchen meine Stimme bedacht ruhig zu halten. Es wird zwar schwierig für mich, aber ich versuche es! – An sich ist der Wunsch nach Gefährten immer recht groß. Auch wenn wir hauptsächlich Einzelgänger sind, so freuen wir uns immer, andere von uns zu treffen. Die oberste Prämisse jedoch ist, immer mit größter Vorsicht an die Unsrigen heranzutreten, denn man kennt nicht ihre Intention. Was jetzt diesen Vorfall anbelangt, so hast du Glück gehabt. Wenn du in den letzten Jahrzehnten aufgepasst hättest, würdest du wissen, dass es New York unter dem Namen erst seit 1664 gibt, als der zweite englisch-holländische Seekrieg ausbrach. Nachdem was sie erzählt hat, kann sie in New York nicht aufgewachsen sein, höchstens in Neu-Amsterdam. Und dem noch nicht genug, sie erzählte dir von ihrer fünfzigjährigen Existenz. Mit 25 verlor sie ihr sterbliches Dasein. Zurückgerechnet musste sie in etwas 1619 geboren worden sein. Ihre Ahnen sollen aus Frankreich sein? Dann müssen es aber ihre Eltern gewesen sein, denn die Insel Manhattan auf die New York erbaut wurde ist erst 1609 entdeckt worden. Also frag ich mich nun, wer nennt seine Eltern Ahnen? Ich denke irgendetwas ist nicht ganz rein an der Dame! Verstehst du was ich damit sagen will? Ich wäre an deiner Stelle sehr vorsichtig bei ihr, nicht das sie vielleicht doch ein krummes Ding ausbrütet. Ebenso bezweifle ich stark, dass sie tatsächlich aus Frankreich stammt. Die Franzosenquote hier in New York ist recht gering, bisher siedeln hauptsächlich die Briten und Holländer hier. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier zufällig Franzosen treffen, und dann auch noch beide Wesen der Nacht, ist sehr klein! Eines sage ich dir, irgendwas hat sie vor oder will sie verbergen. Versuche von mir aus dahinter zu kommen, aber sei nicht zu leichtsinnig und bringe sie nie hierher! Solange wie ihr nicht hundertprozentig vertrauen können, darf sie nicht wissen wo unsere Zuflucht ist. Das könnte tödlich für uns enden.“

„Du willst mir also nicht verbieten sie weiterhin zu sehen?“

„Warum sollte ich das? Verhindern kann ich es ja eh nicht und bevor du mich vielleicht verlässt ... Außerdem warst du ehrlich zu mir und hast es mir recht schnell erzählt. Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich sie auch gern kennen lernen. Wenn wir beide zusammenhalten, wird alles gut gehen. Ab gesehen davon habe ich ein paar mehr Erfahrungen und kann daher wahrscheinlich schneller herausfinden, ob sie lügt und wenn ja weshalb!“

„Geht klar, ich wollte sie dir sowieso vorstellen. Es war auch ihre Idee. Morgen vielleicht schon? Wir wollten uns wieder im Café treffen.“

„Nein, lass mal. Lerne du sie erst besser kennen. Ich komme dann später hinzu, wenn es dir nicht ausmacht!“

Wir hörten ein paar Glocken fünf Uhr schlagen und so gingen wir in unser Schlafzimmer, alle Fenster natürlich zu gemauert, und legten uns schlafen.

Am nächsten Abend erwachte ich wieder vor Santiego. Ich hinterließ  ihm wieder einen Zettel, diesmal aber mit der Notiz, ich wäre schon los um mich mit Ephonie zu treffen.

Ich wartete in dem Café von letzter Nacht auf sie. Es dauerte auch nicht lange und ich erblickte sie durch die Fenster. Ich erhob mich und kam ihr entgegen. Als sie mich sah, fing sie an zu strahlen. Völlig unerwartet umarmte sie mich stürmisch und begrüßte mich freudig.

„Da bist du ja! Na und? Erzähl! Hast du es Santiego gesagt? Was hat er geantwortet, wie hat er reagiert?“

Wir setzten uns an einem kleinen Tisch in einer dunklen Ecke des Cafés.

„Ähm ... Ephonie?“

„Ja? Nun erzähl schon!“

„Kannst du dich bitte beruhigen? Du führst dich ja wie ein kleines Kind auf. – Also, ja, ich habe mit ihm gesprochen. Er möchte dich auch in naher Zukunft kennen lernen. Jedoch, nachdem ich ihm alles erklärt hatte, kamen ein paar Ungereimtheiten auf.“

„Wie? Was bedeutet das?“

„Na ja, wie soll ich’s sagen? Es gibt ein paar Fakten von dir, die nicht ganz überzeugend sind, sogar eher an Unwahrheit grenzen!“

„Aber ...“

„Lass mich bitte ausreden, Ephonie!

Es fällt mir so schon schwer genug. ...“

Ich erzählte ihr was Santiego beanstandet hatte an ihrer Geschichte. Ich ließ nichts aus und musste Ephonie ab und zu mit erhobener Hand signalisieren mich nicht zu unterbrechen. Schnell hatte ich erzählt was Santiego bedenken bereitete. Ihre Miene verfinsterte sich ein wenig, sie nahm mich beiseite und fing nun an zu flüstern. Sie schien traurig und bedrückt und erzählte mir mit einem Kloß in ihrem Hals, dass Santiego recht hatte. Etwa die Hälfte von dem was sie mir gesagt hatte, war falsche gewesen. Das hätte aber auch gewisse Gründe gehabt. Diese konnte sie mir nun nicht mehr verschweigen, da sie fürchtete, ich würde sie dann allein zurücklassen. Sie sei vor fünfzig Jahren verwandelt worden, danach hatte sie so etwas wie eine Amnesie und könne sich nicht erinnern wer sie vorher war. Ihr Schöpfer erzählte ihr diese Version und gab ihr auch den Namen. Sie war vollends ahnungslos und glaubte zunächst daran, was er ihr weismachte. Als sie allerdings bemerkte zu was für einem Geschöpf er sie gemacht hatte, das merkte sie beim Aufkommen des ersten „Durstes“, war sie entsetzt und so angewidert, das sie blindlings ein Messer ergriff und ihren Schöpfer tötete. Da war sie als Untote grad ein Tag alt. Mit der Zeit bemerkte sie, dass es nicht stimmen konnte, was er ihr gesagt hatte. Von mal zu mal riefen einige Menschen in ihre Richtung, sie schienen sie zu kennen, jedoch sprachen sie eine Sprache, die sie nicht kannte und auch eindeutig nicht französisch war. Sie fing an zu zweifeln, ob überhaupt etwas wahr war, was er ihr erzählt hatte. Jedoch war sie zu sehr damit beschäftigt, sich an ihr neues „Leben“ zu gewöhnen. Es dauerte einige Zeit, bis sie tatsächlich in der Lage war zu töten. Und da sie eh allein war, war ihr es auch egal, wie sie eigentlich wirklich hieß, oder woher sie kam.

Ich begriff nicht wieso sie mir das nicht gleich von Anfang an erzählt hatte, es wäre ja nicht so schlimm. Jedoch schien sie sich über jene Situation zu schämen. Und da ich nun eine zweite Version ihres bisherigen Lebens hatte, ließ ich es darauf bewenden, denn es war mir so, als würde sie dies stark mitnehmen. Jedoch konnte ich mir immer noch nicht sicher sein, ob sie mir nun diesmal die Wahrheit gesagt hatte. Ich beschloss es erst einmal darauf beruhen zu lassen und beendete unsere Unterhaltung mit dem Wunsch jetzt jagen gehen zu wollen. Es schien als ob sie das erleichterte und schenkte mir ein wirklich bezauberndes Lächeln.

Wir schlenderten ein wenig durch die Strassen und versuchten uns zu einigen was für eine Art Opfer wir auswählen sollten. Wählen konnten wir dann schließlich doch nicht, denn während Ephonie und ich noch beim Diskutieren waren, wurden wir von drei Straßendieben überfallen. Wir tauschten kurz Blicke, ließen ein unmerkliches Grinsen über unsere Gesichter huschen und machten uns daran unser zugelaufenes Frühstück zu uns zu nehmen.

Den ersten, wahrscheinlich der Anführer der drei, teilten wir uns und indessen hielten wir mit unserem freien Armen die jeweils anderen fest. Sie waren so naiv, nein, eher unheimlich blöd, sie bemerkten gar nicht was wir taten. Erst als ihr Kumpan tot zusammensank, schien ihnen bewusst zu werden, das ihr Strampeln und Schimpfen nichts brachten. Ihre Augen füllten sich mit Angst und ich spürte wieder diese Belustigung. Ich erfreute mich an seinem panischen Zucken und presste ihn nur noch dichter an mich. Ich achtete nicht darauf was Ephonie mit ihrem „Bissen“ machte, es war mir auch egal, ich schlug gerade meine Zähne in mein Opfer und spürte wie die ersten, heißen Tropfen aus der Wunde gepumpt wurden. Ich versank im Wonnegefühl des Blutes und erst als der Druck nachließ und ich begann die letzten Tropfen herauszusaugen, bemerkte ich das Ephonie verschwunden war. Ich lag ganz allein auf der Strasse mit einer Leiche und dem letzten Häufchen Elend in meinen Armen. Ich bereitete meinem Opfer ein schnelles Ende und versuchte dann Ephonie zu erspüren. Ich konnte sie in der unmittelbaren Umgebung nicht ausmachen und so erhob ich mich eilends in die Lüfte. Kreisend erweiterte ich das Suchgebiet und erst am Rande der Stadt entdeckte ich sie. Sie war gerade dabei in ein Haus zu gehen, als ich feststellen musste, dass es die Villa von Santiego und mir war. Mit einem Anflug von Zorn stürzte ich mich hinab.

‚Wie kann sie es wagen? Woher kennt sie unseren Unterschlupf?’

Doch gerade als ich an der Türschwelle ankam, sah ich überraschend, wie Santiego sie umarmte. Ihr Opfer lag bewusstlos aber lebend neben den Beiden auf dem Boden. Ich verstand zuerst nichts mehr, doch Ephonies Gedanken erzählten mir, dass er sie gerufen hat und sie dieser Bitte so unverzüglich gefolgt sei, das sie ihr Opfer völlig geistesabwesend mitgenommen hat.

Santiego und Ephonie kannten sich nun und seiner Begrüßungsgeste entnehmend, akzeptierte er sie jetzt auch. Ephonie zog innerhalb der nächsten Nacht mit Sack und Sarg bei uns mit ein. Nach hundert Jahren meiner Existenz waren wir jetzt zu dritt. Und ich lernte, dass Frauen durchaus kompliziert sein können. Doch das verminderte meine Begeisterung für sie nicht im Geringsten, das Gegenteil war eher der Fall! Und, was ich zu der Zeit noch nicht wahrhaben wollte, ich habe mich tatsächlich verliebt!!!

Kapitel VIII - Die Familie wächst

Ephonie bekam ein Zimmer im Keller. Sie bestand darauf, dass sie bisher auch nur unter der Erde schlief und trotz unserer Sicherheitsvorkehrungen, wollte sie zunächst diese Angewohnheit beibehalten. Nach etwa drei Tagen ließ sie einen Interieur Designer kommen und obwohl er sich der Lage des Zimmers wunderte, richtete er ihr Refugium nach griechischem Vorbild ein. Man merkte ihr an, dass ihr das Licht der Sonne ein wenig fehlte und so erstrahlte der Keller in sonnigen Tönen von gelb, orange, terrakotta, blau und natürlich für das griechische Flair auch in weiß! Vor den alten Kellerfenstern hingen hübsche Malereien von Landschaften und auf den zwei weißen Kommoden standen alte Amphoren und Vasen in denen Schnittblumen gebettet waren. Ihr Bett wurde tatsächlich gemauert aus weißem Granit, der Boden war mit Terrakottafliesen ausgelegt. Das Orange und Gelb wurde mit einer Art Wischtechnik an der Decke kombiniert. Ach ja, die Wände! Bis zur Hüfthöhe waren auch sie weiß, allerdings danach oberhalb strahlend blau, wie wohl ein klarer Himmel an einem Sommertag aussehen würde. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wie der Tag mit all seinen fröhlichen Farben aussieht. Erst im zwanzigsten Jahrhundert bekam ich die Möglichkeit durch den Farbfilm, die Welt der Sterblichen am Tag in all ihren Facetten zu erleben.

Doch nun wieder zurück zu damals und zu Ephonie. Es stellte sich nach und nach heraus, dass Santiego Ephonie und mich an jenem Abend belauschte, na ja, eher Ephonie, da ich mich kaum verbal geäußert hatte und da bemerkte er, dass sie diesmal die Wahrheit sagte. Etwas anderes machte ihm jedenfalls auch noch sehr neugierig und zwar der Umstand, wie sie zu dem geworden ist, was sie heute ist. Er verhörte, besser gesagt, er versuchte es, sie fast jede Nacht und immer mit dem Ziel, mehr über ihren Schöpfer zu erfahren. Doch sie wiegelte ihn jedes Mal wieder ab und verkroch sich in einer Ecke unseres Gesellschaftsraumes oder, wenn er ihr zu aufdringlich wurde, in ihr Zimmer. Es gab aber auch Zeiten, da führten sie stundenlange Gespräche, was mich jedoch sehr kränkte, da sie dies immer telepatisch taten und sie mich somit immer ausschlossen. Eines Abends allerdings verlor ich meine Geduld. Wir saßen zusammen im Salon und sie hielten schon wieder eines ihrer stummen Unterhaltungen, als ich ihr, ebenfalls stumm, mitteilte, dass ich es nicht für gut heiße und ob ich sie nicht am besten ganz alleine lassen sollte, ich würde mir meinen eigenen Unterschlupf suchen. Mit diesen Worten verließ ich das Haus ruckartig.

Ich flog ein wenig über die Ländereien am Ende der Stadt und ließ mich schließlich auf einem großen Findling am Rande eines kleinen Sees nieder. Während ich die Unendlichkeit der Sterne betrachtete, schwoll meine Wut, wohl eher meine Eifersucht, ein wenig ab und ich begann wieder einmal darüber nachzugrübeln, was an Santiago so besonders war, dass sie mich kaum noch wahrnahm. Tief in Gedanken versunken, lag ich auf dem Felsbrocken mit dem verschwommenen Blick gen Himmel gerichtet, als plötzlich weiche und kalte Lippen die meinigen berührten. Vor Schreck zuckte ich zusammen und fasste jene Person ruckartig an die Gurgel. Als sich mein Blick aufklärte und den ersten Schreck überstanden hatte, erkannte ich diese dreiste Person. Ephonie! Sie kniete über mir „Mon Dieu, war ich so in Gedanken vertieft, dass ich es nicht mal bemerkte, dass sich ein Vampir so nah an mich ranschleichen konnte?!“

„Ephonie! Was …?“

Erst jetzt wurde mir klar, was Ephonie gerade getan hatte.

„Du bist so einfältig, Armand! Es wirkt fast so, als wenn du noch nie Erfahrungen mit Frauen gesammelt hast!“

„Hab ich auch nicht!“

„Ups, das war jetzt zu übereilt!“

„Ich meine, abgesehen von den Huren und den weiblichen Opfern! Aber du hast insofern recht, dass ich Frauen an sich nicht kenne und du machst mich sowieso ganz konfus!“

„Ich? Was bitte hab ich getan, was dich irritieren könnte?!“

„Zum Beispiel die stundenlangen Gespräche mit Santiego! Du hast doch Interesse an ihm, oder etwa nicht?“

„Mon Dieu, du bist aber kleinlich! Woher willst du das eigentlich wissen. Wie kommst du eigentlich darauf, dass ich mich mit Santiego unterhalten habe? Seit wann kannst du Santiegos Gedanken lesen und wann hast du es mal geschafft gegen meinen Willen die meinen zu lesen?“

„Na, du gibst es ja gerade zu! Wenn dem nicht so wäre, dann hättest du mich nicht gefragt, ob ich eure Gedanken überhaupt lesen könnte. Und was habt ihr dann stattdessen getan, wenn dem nicht so ist? Euch stundenlang nur angeschwiegen?“

Sie fuhr mir plötzlich mit ihren Fingern durch meine Haare.

„Weißt du, Armand, wenn du so vor Eifersucht …“

„Ich bin nicht eifersüchtig!“

„… wenn du so vor Eifersucht platzt, dann bist du richtig süß! – Selbst wenn dem so wäre, so habe ich Santiego jedoch bisher noch nie geküsst!“

Daraufhin küsste sie mich noch einmal, doch diesmal erwiderte ich ihren Kuss. Ich schlang meine Arme um ihren schlanken Körper und presste somit ihre vollen Brüste an mich, die fast aus ihrem Dekolteé rutschten. Sie roch so süß und ihre Haut war so weich, dass sie mich wahnsinnig machte. Ich wollte ihr am liebsten in diesem Moment die Kleider vom Leib reißen und sie nehmen. Dich ich wollte es langsam angehen, wollte nichts überstürzen, da sie mir ja in der letzten Zeit so ans Herz gewachsen ist. Ich riss mich also zusammen und wir beließen es beim Küssen. Nach etwa zehn Minuten ließen wir voneinander ab und ich wünschte mir von ihr, doch noch eine genauere Aussprache.

„Aber Ephonie, warum hast du mich denn so oft ignoriert und über was hast du denn immer mit Santiego geredet?“

„Armand, du kennst die Frauen wirklich nicht! Wir wollen umworben werden. Und mit Santiego hab ich mich größtenteils über dich unterhalten. Ich wusste doch nichts über dich, und dich direkt fragen, hätte dich doch gleich auf die Spur gebracht, dass ich was für dich empfinde! Unter anderem wusste ich doch nicht, wie genau das Verhältnis zwischen dir und Santiego ist. Immerhin teilt ihr euch ein Zimmer!“

„Aber Ephonie, warum hast du mir das nicht gleich gesagt? – Das Santiego und ich uns das Zimmer teilen, war schon so, als ich noch sterblich war. Ja, wir lieben uns, doch seit meinem Eintritt in die Dunkelheit, hat er nie wieder sterbliche Gelüste geäußert. Das mit dir wäre was ganz anderes. Irgendwie liebe ich dich auf sterbliche Art! Ich würde nie von dir kosten wollen, ich brauche deine Nähe, deine Zuneigung und doch, ja, auch sterbliche, körperliche Berührungen. Santiego ist, glaub ich, schon zu lange untot, um noch genau zu erahnen, was sterbliche Liebe ist!“

„Unterstell ihm nicht Dinge, von denen du nicht genau weißt, ob sie der Wahrheit entsprechen! Weißt du, was er mir stumm mitteilte? Er sehnt sich nach dir, er braucht dich und zwar viel mehr als du erahnst! Hast du eigentlich eine Vorstellung davon, wie immens er die Nähe zu dir vermisst? Er meinte, seit du aus Paris zurückkamst, seiest du noch abwesender zu ihm geworden und viel kühler!“

„Was hat er dir denn noch erzählt?“ Langsam ärgerte mich Santiegos Redseeligkeit! „Gibt es überhaupt noch was, was du nicht weißt, von mir?“

„Aber Armand, er denkt das Erlebnis mit Pierre war so einschneidend, dass du ihm deswegen nicht mehr so intensiv in dein Leben einbeziehst!“

„Ach, Blödsinn! Ich bin bloß älter geworden und nable  mich langsam von meinem ´Vater` ab! Mehr ist es nicht! Auch, wenn wir äußerlich nicht älter zu werden scheinen, so ist doch der Geist entwicklungsfähig und erweitert sich mit der Zeit. Man merkt ihm einfach an, dass er alt ist und ich bin auch keine 19 Jahre mehr alt. Hundert Jahre können jedes Wesen, ob sterblich oder nicht, verändern!“

„Na klar, es wird ja auch kein Sterblicher hundert!“ Entgegnete sie mit einem trockenen Lachen.

„Ephonie, verspotte mich nicht! Ich meine das metaphorisch und ich habe auch nicht speziell von Menschen gesprochen! Jedes Individuum entwickelt sich mit der Zeit. Santiego ist für mich mein Vater, Meister, Schöpfer, jedoch ist er nicht mehr der Mann, mit dem ich ewig zusammenbleiben möchte. Ich liebe ihn weiterhin, ohne Frage, andernfalls ist die Art Liebe anders. Respekt, Hochachtung, bedingungslose Treue, das sind die Gefühle, die ich ihm gegenüber hege, aber keine körperliche Liebe mehr!“

Ephonie sah mich mit leicht verschwommenen Augen an, es rollten ihr ein paar Blutstränen über ihre zarten Wangen und ich strich sie vorsichtig mit meinen Fingern weg.

„Ich wusste nicht“ schluchzte sie gerührt, „wie sehr du an ihm hängst, aber ich verstehe dich! Bei mir entwickelt sich auch jene Gefühlslage ihm gegenüber! Doch dich, Armand, dich liebe ich mit jeder übernatürlicher Faser meines Körpers. Ein Dasein ohne dich zu fristen, wäre eine unermessliche Qual für mich. Ohne dich sähe ich keinen Sinn in meinem Bestehen!“

Sie fiel mir schluchzend in die Arme und flüsterte mir dabei „Ich liebe dich“ ins Ohr. Daraufhin nahm ich sie auf meine Arme und flog sanft mit ihr zurück in die Villa.

Dort angekommen empfing uns auch schon Santiego an der Eingangstür. Er lächelte zufrieden und wissend und ließ mich mit Ephonie auf den Armen ohne ein Wort ein. Ich brachte sie hinunter in ihr Zimmer, doch als ich sie auf ihr Schlafgemach gelegt hatte und mich entfernen wollte, ergriff sie meine Hand und zog mich zu ihr auf das Bett. Ich strich ihr mit meinen Fingern über ihr zartes Gesicht, sie umfing mich daraufhin mit ihren Armen und begann wieder damit mich zu küssen. Von ihrem Duft betört, ließ ich meine Hände an ihrem rücken entlang laufen und löste nach und nach die Verschnürung ihres Korsetts. Als jenes dann von ihrem traumhaften Körper abglitt, wippten ihre vollen und üppigen Brüste ein wenig nach unten. Sie ließ alles geschehen und so konnte ich sie Stück für Stück ihrer restlichen Kleidung entledigen. Da lag sie nun vor mir, so wie die Natur sie geschaffen hatte. Lange, schlanke Beine, ihr Busen lag sanft auf ihrem grazilen Oberkörper und was ich bisher noch nie gesehen hatte, heute aber sehr modern ist, ihr Liebesnest war vollkommen glatt rasiert und erst jetzt bemerkte ich, dass auch ihre Beine und Achseln komplett enthaart waren. Nun ja, ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihrer Hüfte wenden. Ich war total fasziniert davon, ganz sachte spreizte ich ihre Beine auseinander und konnte nun in einer bisher noch nie gesehenen Genauigkeit all jene Orte erblicken, die mir bisher verborgen waren. Mit einer wachsenden Neugier eines Kindes, näherte ich diesem Ort der Glückseeligkeit. Selbst ihre Schamlippen waren wohlgeformt, dick und füllig und was sich darunter befand lässt sich nicht in Worte fassen. Voller Spannung ließ ich vorsichtig meine Finger, bei ihrem Bauchnabel beginnend, zwischen ihre Schenkel wandern. Ephonie zuckte zusammen und ließ schlussendlich einen meiner Finger auf ihre Scheidenöffnung tippen. Sie biss sich mittlerweile auf die Unterlippe und krallte sich mit den Fingern in der Matratze fest.

Ich wollte sie schmecken, roch den süßen Duft, der von dieser in der Zwischenzeit heiß und feucht gewordenen Grotte. Langsam neigte ich mich hinunter und ließ meine Zunge in kreisenden Bewegungen hinübergleiten, umspielte ihre Klitoris und meine Zungenspitze suchte den Weg in ihre fordernde Öffnung. Sie war kaum noch zu halten und so kombinierte ich meine Handlung. Ich knabberte leicht an den Lippen und führte dabei sanft zwei Finger ein. Leider brachte dies die ganze Aktion durcheinander, denn Ephonie riss mich plötzlich mit einem Kraftaufgebot zu ihr hoch. Sie zerfetzte begierig mein Hemd und zerfledderte meine Hose. Mein Gehöft war natürlich schon zu voller Größe erwacht. Sie krallte sich mit voller Wucht in meinen Rücken, drückte mir ihre Fingernägel ins Fleisch bis ich blutete. Ich staunte über ihre Kraft, denn für so stark hätte ich sie nicht gehalten. Mit ganzer Kraft wies sie mir den Weg; sie wollte kein Vorspiel mehr, sie lechzte nach reinem, leidenschaftlichen, harten Sex. Bisher kannte ich sie nur als das hübsche, unschuldige Mädchen, jedoch lag da nun unter mir eine erregende Frau, die genau weiß, was sie will.

Mit einem plötzlichen Ruck presste sie mein bestes Teil in ihren so erschreckend engen Schritt. Über eines habe ich mich in diesem Moment am meisten gefreut, dass Bluttrinker keinen Samen mehr ausstoßen können, denn wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, so hätte ich Ephonie nie wieder in die Augen sehen können. Es hat mich vollkommen umgehauen, natürlich hatte ich schon mit vielen Frauen geschlafen, allerdings waren diese immer sterblich  und es diente meist nur dazu ihnen einen schönen Eintritt ins Jenseits zu geben. Aber dies hier war etwas ganz anderes, ich schien tatsächlich zu lieben und es war genauso wie bei mir übernatürliches Fleisch. Sie beherrschte sämtliche aller Muskeln und so trieb sie mich zum Wahnsinn. Je enger sie sich machte, desto brutaler stieß ich  zu, daraufhin zerkratzte sie mir den Rücken jedes Mal aufs neue. Zwar schlossen sich die Wunden unmittelbar danach, aber Blut verlor ich trotzdem und ich machte mir zwischenzeitlich Sorgen, ob ich nicht zuviel davon verlieren würde. Im großen und ganzen lief es recht wild und laut, dass Santiego nicht nach uns geschaut hatte, war entweder Zufall oder Absicht. Ich nahm an, dass er uns nicht stören wollte, obwohl ich der Meinung war, er hätte ganz gerne mitmachen wollen.

Erst am nächsten Abend bekamen wir ihn wieder zu Gesicht. Er lächelte und verschmitzte zu und so war ich dann auch beruhigt, denn ich hatte die Befürchtung, er könne es ja doch persönlich genommen haben, dass ich zum ersten Mal nicht bei ihm genächtigt habe. Ephonie war ein wenig peinlich berührt, da ihr wohl vorher nicht so bewusst war, dass Santiego uns natürlich gehört hatte. Klar waren unsere Kammern wie einzelne kleine Festungen, aber sie hatte wahrscheinlich nicht daran gedacht, dass unser Gehör wesentlich leistungsfähiger ist, als das von Sterblichen. Abgesehen davon, konnte Santiego immer noch bei ihr Gedanken lesen und ich bezweifle stark, dass sie während unseres Aktes daran gedacht hatte ihren Kopf zu verschließen. Sie brauchte eine Zeitlang bis sie Santiego in die Augen schauen konnte, denn er konnte es sich nicht nehmen lassen in kürzester Zeit mehrere Spitzen zu äußern. Sprüche in der Richtung, dass wir wohl demnächst neues Mobiliar bräuchten, ob wohl Halsbonbons bei Unsterblichen wirken würden und ob wir uns nicht noch mal hinlegen wollten um uns vollständig regenerieren zu können. Ich kannte Ephonie von der Seite noch gar nicht, bisher hat sie sich immer tollkühn und schlagfertig uns gegenüber verhalten, dass sie wegen so einer natürlichen Sache, wie den Beischlaf, so beschämt sein würde, verwunderte mich doch ein wenig. Zum Glück hatten Santiego und ich uns in der Zeit unseres Zusammenlebens, angewöhnt mit Mimik uns gegenseitig Botschaften zukommen zu lassen (sehr nützlich beim Beutefang, wenn man sich noch nicht offenbaren möchte). Ich vermittelte somit Santiego, dass er sich etwas zurücknehmen sollte (schon schade, das Telepathie nicht zwischen uns funktionierte) und er befolgte dies dann auch. Erstaunlich, da ja ich nun mal der Jüngere war und sich Ältere selten was sagen lassen.

In den folgenden Tagen verweilte ich des öfteren bei Ephonie im Keller. Langsam schien sie zu begreifen, dass wir es in keinster Weise für beschämend finden, wenn jemand anderes intimes von mir z. B. weiß oder sieht. Erst nach zwei Monaten wagte ich den Schritt sie darauf anzusprechen, dass wir ja zu dritt seien und was uns davon abhielte auch gemeinsam den Tag zu überdauern. Ich möchte nicht darüber sprechen wie sie reagierte, nur soviel sei gesagt, es dauerte weitere zwei Monate, bis sie diesem Vorschlag zustimmte. Jedoch wollte sie sich zuerst mit Santiego allein unterhalten um wohl einige Dinge mit ihm abklären.

Was genau sie besprachen, weiß ich bis heute noch nicht, allerdings stimmte sie danach zu, zuerst auf Probe, sich mit uns ein Gemach zu teilen. Der erste Tag war sehr ungewöhnlich. Für mich war es eine äußerst fremde Situation mit zwei anderen in einem Bett zu schlafen, doch am ungewöhnlichsten war es, mich zwischen die beiden Wesen niederzulegen, die ich über alles liebte. An wen sollte man sich kuscheln, mit wem bis zum unweigerlichen Vampirschlaf sollte man sich küssen? Es war für mich wirklich eine enorme Veränderung in meinem bisherigen Dasein. Am nächsten Abend wachte ich wieder, wie so oft, als erster auf. Zu meiner Linken lag Santiego in meinem Arm; zu meiner Rechten Ephonie mit ihrem Kopf auf meinem Bauch.

Ich lächelte!

War ich je so glücklich und zufrieden seit meiner Geburt?

Mein Glück war perfekt und für mich gab es keinerlei Anzeichen, das sich jene Situation je ändern könnte. Doch weit gefehlt, natürlich kann eine solche Konstellation über Jahrhunderte nicht gut gehen. Und wenn unverhoffte Faktoren plötzlich auftreten, ist man sowieso machtlos. Zweiundzwanzig Jahre lang lebten wir ungestört, nur kleinere Unstimmigkeiten störten ab und zu unsere Dreisamkeit. 1717, im Sommer, jedoch, brach für mich eine Katastrophe  aus. Ich hätte es nie für möglich gehalten, das mich meine Vergangenheit so vehement und zerstörerisch einholen kann. Es gab zwar in den letzten drei, vier Jahren vermehrt Streitereien, aber ich war so bemüht den Frieden zwischen uns zu bewahren, dass ich die Gefahr von der Außenwelt nicht wahr nahm, ich erkannte die Zeichen nicht. Dabei waren sie deutlich und alarmierend. Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gewandelt wäre, hätte ich das Fiasko abwenden können. Doch verblendet wie ich war, überzeugte ich sogar Santiego und Ephonie davon, dass alles nur harmlos sei. Selbst sie bemerkten die Veränderungen. Ich kann mit nicht verzeihen, bis heute nicht. Das war meine größte Sünde meines gesamten Daseins. Ich bewegte mich in einer Traumwelt meiner selbst.

Fortsetzung folgt ...

                                                                                 

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